Verfasst von: grr | Dezember 3, 2008

Blabla 2.0

JournalistInnen teilen sich gerne mit. Müssen sie auch. Ist schließlich ihr Job. Manche schreiben sogar unter ihrem eigenen Foto in der Zeitung. Das gilt allgemein als Upgrade. Andere tun das nicht. Sie schreiben einfach woanders. Früher blieben die Pamphlete in der Schublade oder wurden von allen möglichen Verlagen einfach abgewiesen. Heute lässt es sich bloggen.

Und dann geht’s auch schon rund. Wenn ein Journalist seine BerufskollegInnen zu mehr Engagement im Web engagiert, dann muss er mit Kommentaren rechnen. Und wenn das dann sogar eine Abrechnung wird, dann sollte man den Kommentar nicht löschen, bitte. Das ist schon eher armselig.

So geschehen bei zwei Redaktionskollegen vom Handelsblatt. Lesen sie selbst, und zwar hier, beim Herrn Niggemeier.

Sybille B. wusste in diesem Moment, dass sie sich nun ihr ganzes Leben lang mit diesem Scheiß-Foto im Führerschein herumschlagen muss.

Sybille B. wusste in diesem Moment, dass sie sich nun ihr ganzes Leben lang mit diesem Scheiß-Foto im Führerschein herumschlagen muss.

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Responses

  1. Darf ich mal ganz offen…?

    Es gibt kaum eine Branche, in der man sich so leidenschaftlich gegenseitig ans Bein p… wie die Medienbranche. Davon leben Blogger ebenso (etwa Herr N.) wie Zeitschriften und Zeitungen, die ganz oder in Teilen nichts anderes thematisieren, als das, was Kollegen verfasst haben. Natürlich selten in positiver Form, denn das wäre ja langweilig.

    Dass sich Journalisten ständig irgendwo über den Weg läuft, sei es bei Selbstbeweihräucherungsveranstaltungen oder bei Pressekonferenzen (am Büffet natürlich!), erhöht scheinbar den Spaß an der Freud‘. Blöd nur, wenn man irgendwann einen Job braucht. Oder auch nur einen Auftrag. Dann stellt die Zahl der Feinde nicht mehr nur einen Indikator für Prominenz dar, sondern lässt sich als Basis nehmen für die zu erwartenden Absagen. Wie gesagt: blöd.

    Nichts für ungut. Aber das musste mal raus.

    Grüße Gina

  2. Recht hast du. Allerdings unterscheiden sich Medien wohl kaum groß von anderen Branchen, wenn es darum geht, „besser“ als die Konkurrenz zu sein. Gepaart mit Selbstdarstellung (unerlässlich und oft auch gut so) kann das aber natürlich ins Mühsame ausarten. BloggerInnen sind da aber anders. Sie definieren sich (zumindest im deutschen Sprachraum) noch kaum über exklusive Geschichten. Da muss eine bizarre Persönlichkeit her, um einen guten Blog zu betreiben (vgl. matla.at) Ich bin ja nicht so bizarr. Deshalb blogge ich ja hauptsächlich unter der Wahrnehmungsgrenze. Und manche BloggerInnen haben durch ihre Hypertextprouktion ja auch schon einen „echten“ Medienjob bekommen.
    Nur gut, dass wir bereits über die Unterschiede zwischen BloggerInnen und JournalistInnen diskutieren. Denn das heißt, beide Berufsgruppen können mit dem Begriff „medien“ getagt werden.

  3. Der Streit zwischen den beiden Handelsblatt-Schreibern hat sicherlich interne Gründe, die wir nie so ganz mitbekommen. Aber es ist schon interessant, welche Nervosität sich in den Printmedien breitmacht. In meinem Blog bin ich etwas ausführlicher darauf eingegangen.
    Siehe:http://gunnarsohn.wordpress.com/2008/12/05/blogger-zoff-im-handelsblatt-%e2%80%93-kluwer-und-die-identitatskrise-des-printjournalismus/


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